Versenkregner im Garten: sinnvoll planen statt später aufgraben
Ein fest installiertes Versenkregner-System spart Zeit, bewässert gleichmäßig und hält den Rasen sichtbar gesünder. Der Schlüssel sind korrekte Hydraulik, saubere Zonenplanung und eine solide Ausführung, die auch in deutschen Wintern dicht und frostfest bleibt.
Viele Anlagen bereiten Probleme, weil zu wenig Durchfluss vorhanden ist, falsche Düsen kombiniert werden oder Leitungen zu flach liegen. Mit etwas Planung lässt sich das vermeiden. Hier zeige ich Schritt für Schritt, wie Sie für 150 bis 400 m² Rasen eine robuste, wartungsarme Lösung aufbauen.
Ob Trinkwasseranschluss oder Zisterne mit Pumpe: Entscheidend sind Messwerte. Erst Flächen und Wasserdaten ermitteln, dann Düsen und Rohrdimension bestimmen. So vermeiden Sie Nacharbeiten und sparen Material.
- Micro-BOM - typische Materialien und Kosten (DIY, Deutschland)
- PE-Rohr 25 mm, 100 m Rolle - 80 bis 120 EUR
- PE-Rohr 32 mm, 50 m Rolle - 70 bis 110 EUR
- Kompressionsfittings 25/32 mm, 10-15 Stk. - 20 bis 50 EUR
- Versenkregner Rotor 4 Zoll, 8-10 Stk. - 12 bis 25 EUR/Stk.
- Sprühdüsen 10-12 Stk. - 3 bis 6 EUR/Stk.
- Magnetventile 24 V, 3-5 Stk. - 15 bis 25 EUR/Stk.
- Ventilbox klein/mittel - 30 bis 60 EUR
- Filter 120 mesh - 20 bis 40 EUR
- Druckminderer 2.1 bar für Sprühdüsen-Zonen - 25 bis 45 EUR
- Bewässerungssteuerung 4-6 Zonen - 80 bis 200 EUR
- Regensensor - 20 bis 60 EUR
- Abblase-Anschluss für Winter - 10 bis 20 EUR
- Grabenfräse Miete, 1 Tag - 80 bis 120 EUR

Bestandsaufnahme: Fläche, Durchfluss, Druck
1. Fläche exakt aufnehmen
Zeichnen Sie den Garten maßstäblich auf. Messen Sie Rasen, Beete und Wege. Notieren Sie Höhenunterschiede und tiefste Punkte für Entwässerung. Für die Planung reichen 1:100 Skizzen mit Radien.
- Rasenflächen in Rechtecke, Dreiecke und Kreissegmente zerlegen und Flächen addieren.
- Hindernisse wie Bäume, Spielgeräte, Sitzplätze markieren.
- Geplante Regnerstandorte am Rand mit Radien einzeichnen.
2. Realen Durchfluss messen
Baueimer-Test am Außenwasserhahn: 10 Liter messen, Stoppuhr starten. Zeit in Sekunden durch 10 teilen, 60 durch diesen Wert ergibt Liter pro Minute. Beispiel: 10 l in 15 s entspricht ca. 40 l/min.
- Für zuverlässigen Betrieb planen Sie mit 80 bis 85 Prozent des gemessenen Durchflusses.
- Bei Zisterne mit Pumpe Datenblatt prüfen und möglichst real am Anschluss messen.
3. Druck prüfen
Ein Manometer an den Außenhahn schrauben. Messen Sie statischen Druck ohne Entnahme und dynamischen Druck bei maximaler Durchflussmenge einer offenen Leitung.
- Typische Werte in Einfamilienhäusern: 3 bis 5 bar statisch, 2 bis 3 bar dynamisch.
- Rotationsregner arbeiten meist mit 2.5 bis 3.5 bar, Sprühdüsen optimal mit ca. 2.1 bar Druckminderer pro Zone.
Zonen und Layout richtig planen
Head-to-Head-Abdeckung
Regner werden so gesetzt, dass sich die Wurfweiten an den Rändern treffen. Abstand zwischen Regnern entspricht dem Radius der verwendeten Düse. Nur so entsteht eine gleichmäßige Niederschlagsrate ohne trockene Flecken.
- Rechteckige Flächen: Raster oder Dreiecksanordnung, Dreieck ergibt meist gleichmäßigere Verteilung.
- Ecken mit 90 Grad Düsen, Kanten mit 180 Grad, freie Flächen mit 360 Grad kombinieren.
- Rotoren für größere Flächen ab 6 m Radius, Sprühdüsen für kleine Zonen 2 bis 4 m.
Düsentypen und Niederschlagsrate
Wichtig ist die zueinander passende Niederschlagsrate. Innerhalb einer Zone nur Düsen mit gleicher Niederschlagsrate betreiben, sonst wird es ungleichmäßig.
- Rotoren: geringere Niederschlagsrate, längere Laufzeiten, windstabiler.
- Sprühdüsen: höhere Niederschlagsrate, kürzere Laufzeiten, benötigen Druckminderer.
- MP-Rotatoren sind Zwischenlösung mit moderater Rate und guter Gleichmäßigkeit.
Zonen nach Pflanzenart trennen
Rasen separat von Beeten und Hecken. Beete oft besser mit Tropfbewässerung versorgen. Unterschiedliche Wasserbedarfe nie mischen.
Rohrdimensionierung und Hydraulik
Fließgeschwindigkeit im Rohr unter 1.5 m/s halten, Druckverluste minimieren.
- Hauptleitung vom Wasseranschluss zur Ventilbox: 32 mm PE bei mehr als 35 l/min, sonst 25 mm möglich.
- Lateralleitungen zu den Regnern: meist 25 mm PE ausreichend.
- Totleitungen vermeiden, besser ringförmige Lateralen für gleichmäßigeren Druck.
Komponenten auswählen
- Rückflussverhinderer nach DIN EN 1717: Bei Trinkwasser Pflicht. Entweder geprüfte Sicherungseinrichtung oder separater Außenhahn mit integriertem Rückflussverhinderer. Im Zweifel Installateur einbinden.
- Filter 120 mesh: Schützt Ventile und Düsen. Vor die Ventilgruppe setzen.
- Druckminderer: Für Sprühdüsen-Zonen 2.1 bar, für Rotator-Düsen 2.8 bis 3.1 bar, abhängig vom Hersteller.
- Magnetventile 24 V AC: Je Zone ein Ventil in einer frostsicheren Ventilbox, Kabelzuführung im Schutzrohr, gelgefüllte Verbinder verwenden.
- PE-Rohr PE100 RC: 25 und 32 mm, UV-beständig lagern, unterirdisch verlegen.
- Versenkregner: 4 Zoll Gehäuse sind praxisnah, Höhe der Aufsteiger passt zu den meisten Rasenkanten. Düsen passend zum Radius wählen.
- Entwässerung: Automatische Ablassventile an den Tiefpunkten oder manuelle Entleerung und Ausblasen per Druckluft im Herbst.
- Steuergerät: 4 bis 6 Zonen reichen oft für 200 bis 400 m². Optional WLAN und Wetterdaten. Regensensor mindert unnötige Starts.
Einbau Schritt für Schritt
1. Markieren und Schlitze anlegen
- Leitungswege mit Markierspray abstecken. Kurze Wege bevorzugen, Bäume mit ausreichend Abstand umgehen.
- Gräben 25 bis 35 cm tief ziehen. In Wurzelnähe eher von Hand arbeiten. Grabenfräse spart Zeit auf großen Flächen.
2. Hauptanschluss aufbauen
- Nach dem Außenhahn: Rückflussverhinderer, Filter, optional Gesamt-Druckminderer, Abzweig zur Ventilbox. Alle Gewinde mit PTFE-Band abdichten. Kompressionsfittings auf PE-Rohr handfest plus 1 bis 1.5 Umdrehungen.
- Bei Zisterne: Pumpe mit ausreichendem Druck bei gewünschter Fördermenge wählen. Trockenlaufschutz und Filter vorsehen.
3. Ventilbox setzen
- Box leicht über Gelände, auf Schotterbett. Jedes Ventil beschriften. Zuleitung 32 mm, Abgänge zu den Zonen 25 mm.
- 24 V AC Steuerkabel je Ventil plus gemeinsamen Rückleiter führen. Verbindungen mit gelgefüllten Klemmen wasserdicht ausführen.
4. Lateralen und Regner montieren
- PE-Rohr in den Gräben auslegen, Radien möglichst groß, nicht knicken. T-Stücke und Winkel mit Kompressionsfittings.
- Regner in PE-T-Stücke mit Gewindeübergängen setzen. Regnerhöhe so wählen, dass Deckelniveau bündig mit Fertigrasen ist.
- Vor dem Verfüllen spülen: Enden offen lassen, Wasser kurz laufen lassen, bis klar.
5. Düsen ausrichten und Testlauf
- Düsen gemäß Plan einsetzen, Wurfweite und Sektor einstellen. Head-to-Head prüfen. Gegebenenfalls Düsen wechseln, nicht den Druck hochdrehen.
- Gräben lagenweise schließen und verdichten. Soden wieder einsetzen und anwalzen.
Steuerung, Sensoren und Betrieb
- Zeitfenster: Ideal früh morgens 4 bis 7 Uhr. Weniger Verdunstung, stabile Drücke im Netz.
- Gießmengen: Ziel sind 12 bis 20 mm pro Bewässerung. Ermitteln mit Regenmessern oder Dosen-Test. Laufzeiten je nach Düse stark unterschiedlich.
- Zyklus-Soak: Bei Hanglagen und Sprühdüsen besser in 2 bis 3 Zyklen pro Tag mit Pausen bewässern, um Abfluss zu vermeiden.
- Sensoren: Regensensor Pflicht. Optional Bodenfeuchte oder Online-Wetterdaten. Saisonanpassung plus minus 30 bis 50 Prozent.
- Smart: WLAN-Controller, Home Assistant oder KNX-Gateways sind möglich. Wichtig bleibt eine manuelle Notbedienung an den Ventilen.
Winterfest machen und Wartung
- Wasser am Haupthahn absperren, System drucklos machen. Zonen nacheinander mit Druckluft ausblasen. Richtwert 2 bis 3 bar, hoher Luftdurchsatz wichtiger als hoher Druck. Keine Dauerdruckspitzen setzen.
- Automatische Ablassventile prüfen, Tiefpunkte öffnen. Steuergerät spannungsfrei schalten, Regen- und Feuchtesensoren reinigen.
- Frühjahr: Filtereinsatz reinigen, Regner auf Gängigkeit prüfen, Düsen reinigen, Sektoren kontrollieren. Korrekte Abdeckung Head-to-Head bestätigen.
Wasser sparen ohne Stress
- Zonen sauber trennen und matched precipitation nutzen.
- Beete mit Tropfschlauch 2 l/h versorgen statt Sprühen. Mulchschicht reduziert Verdunstung.
- Rasen lieber seltener, dafür durchdringend gießen. Fördert tiefere Wurzeln.
- Bei Wind und Hitze Spitzenzeiten vermeiden. Morgens gießen, nicht abends in Schneckenregionen.
Echte Kosten in der Praxis
Beispiel 1 - 180 m² Rasen, 3 Zonen, Hauswasser
- Material: PE 25 mm 120 m, 8 Rotorregner, 3 Ventile, Ventilbox, Filter, Regensensor, Steuergerät, Fittings - ca. 500 bis 800 EUR
- Werkzeug und Miete Grabenfräse 1 Tag - 100 EUR
- Gesamt DIY - 600 bis 900 EUR
- Fachbetrieb inkl. Planung und Montage - 2500 bis 3800 EUR
Beispiel 2 - 320 m² Rasen, 5 Zonen, Zisterne mit Pumpe
- Material: PE 32 mm Hauptleitung 60 m, PE 25 mm Laterale 200 m, 14 Rotoren und 6 Sprühdüsen, 5 Ventile, Filter, Druckminderer für Sprühzonen, Steuerung, Regensensor - 1000 bis 1600 EUR
- Pumpe 4 bar bei 40 l/min - 250 bis 400 EUR
- Gesamt DIY - 1300 bis 2000 EUR
- Fachbetrieb - 3800 bis 6200 EUR
Preisfaktoren: Länge der Gräben, Anzahl Regner, Düsentyp, Rohrdimension, ob Pflaster zu queren ist, Erdreich, sowie Qualität der Steuerung. Planungsfehler wie zu kleine Rohrquerschnitte oder Mischzonen verteuern später die Korrektur.

Podsumowanie
- Fläche und reale Wasserdaten zuerst messen, dann Zonen planen.
- Head-to-Head und gleiche Niederschlagsrate je Zone sind Pflicht.
- PE 32 mm für Hauptleitung, 25 mm für Lateralen ist ein robuster Standard.
- Filter, Druckminderer und Rückflussverhinderer sichern Betrieb und Hygiene.
- Früh morgens bewässern, Mengen messen, Saisonwerte anpassen.
- Im Herbst gründlich entleeren oder ausblasen, sonst Frostschäden.
FAQ
Wie tief müssen PE-Rohre für Versenkregner liegen?
Mindestens 25 cm, besser 30 bis 35 cm bis Rohrscheitel. So sind Fittings geschützt, Regner lassen sich sauber auf Rasenhöhe einstellen und Frostgefahr sinkt.
Kann ich Rotor- und Sprühdüsen in einer Zone mischen?
Nein. Unterschiedliche Niederschlagsraten führen zu ungleichmäßiger Bewässerung. Trennen Sie Rotoren und Sprühdüsen in eigene Zonen oder nutzen Sie Düsenfamilien mit matched precipitation.
Reicht ein Außenwasserhahn für 300 m² Rasen?
Oft ja, wenn er 35 bis 45 l/min bei ca. 2.5 bis 3 bar dynamisch liefert. Fehlt Durchfluss, planen Sie mehr Zonen mit weniger Regnern pro Zone oder setzen eine Zisternenpumpe mit ausreichender Leistung ein.
Muss ich die Anlage im Winter mit Druckluft ausblasen?
Empfehlenswert. Ablassventile helfen, aber Restwasser bleibt in Steigern und Winkeln. Mit 2 bis 3 bar und hohem Luftvolumen jede Zone kurz ausblasen schützt sicher vor Frostschäden.
