Für wen lohnt sich ein Mähroboter?
Mähroboter sparen wöchentlich 1-2 Stunden Arbeit, liefern gleichmäßige Schnitthöhe und sind deutlich leiser als Benziner. Lohnend ist er für Rasenflächen ab ca. 150 m² bis 1500 m², mit möglichst zusammenhängender Fläche, wenigen extremen Engstellen und bis ca. 30-35 Prozent Gefälle (abhängig vom Gerät).
Typische Gartensituationen in Deutschland: 300-800 m² Rasen mit 1-2 Durchgängen zum Hintergarten, Beeten als Inseln, einem Spielbereich und Terrasse. Das ist installierbar, sofern Sie Durchfahrten ab ca. 80-100 cm Breite schaffen und Inseln korrekt mit Kabeln einfassen.
Wichtig vorab: Es braucht eine Außensteckdose IP44 in Nähe der Ladestation, ein korrekt verlegtes Begrenzungskabel und bei größeren, verwinkelten Gärten ein oder mehrere Such- bzw. Leitkabel. Danach läuft das System weitgehend autonom.
- Mähroboter passend zur Fläche und Steigung: 500-2200 EUR
- Begrenzungsdraht 150-400 m (UV-stabil): 30-150 EUR
- Bodenhaken 150-400 Stk.: 10-40 EUR
- Gel-Verbinder IP68, T- und Gerade: 10-30 EUR
- Leitkabel 50-150 m (optional): 15-60 EUR
- Kantenschutz oder Rasenkante an Problemkanten: 3-6 EUR/m
- Außensteckdose IP44 mit FI-Schutz (falls nachrüsten): 150-400 EUR (Elektriker)
- Kabeltester/Multimeter (optional): 20-60 EUR
- Stationsdach (optional): 50-200 EUR
- GPS/Bluetooth-Tracker (Diebstahlschutz, optional): 20-80 EUR

Planung: Fläche, Zonen, Strom, Kanten
Rasenfläche aufnehmen und skizzieren
Messen Sie die Gesamtfläche grob per Schrittmaß oder Online-Luftbild. Zeichnen Sie einen maßstäblichen Plan (z. B. 1:100). Markieren Sie Terrasse, Beete, Bäume und Engstellen. Notieren Sie Steigungen: Alles über 30 Prozent ist kritisch und braucht ein passendes Gerät sowie rutschfeste Bereiche.
- Durchfahrten: Zielbreite 80-100 cm, möglichst gerade. Enge Passagen unter 70 cm vermeiden.
- Inseln: Bäume, Beete, Teiche als Schleifen-Inseln einplanen.
- Kanten: An bodengleicher, harter Kante (Pflaster) kann der Draht näher geführt werden als an weichen Kanten (Beet, Mulch).
Position der Ladestation und Strom
Die Station braucht eine ebene, schattige Stelle mit fester Auflage. Vor der Station mindestens 1,5 m gerade Auslauf, seitlich 0,5 m frei. Die Zuleitung zur Außensteckdose IP44 sollte trittsicher liegen, ideal in einem schmalen Kabelkanal oder unter Pflasterfuge. Schutz durch FI-Schalter ist Pflicht. Vermeiden Sie Sprinkler-Treffer auf Netzteil und Station.
Begrenzungskabel: Abstände, Übergänge, Inseln
Die richtigen Abstände variieren je Hersteller. Als Praxiswerte:
- Zu festen, erhöhten Kanten (Mauer, Zaun): 30-35 cm
- Zu ebenen, befahrbaren Kanten (Pflaster in Rasenhöhe): 20-30 cm
- Zu Beeten und weichen Kanten: 30-35 cm
- Zu Wasserflächen ohne Einfassung: 35-45 cm plus physischer Schutz unbedingt empfohlen
Inseln werden mit einem Hin- und Rückweg des Drahts erstellt: Das Hin- und das Rückkabel liegen direkt nebeneinander, damit sich das Signal aufhebt und der Roboter den Bereich als Durchfahrt erkennt. Der Ring um die Insel wird geschlossen.
Installation Schritt für Schritt
- Station platzieren. Standort final wählen, Wasserwaage nutzen, festen Untergrund schaffen. Zuleitung zur Steckdose verlegen, Spritzwasser vermeiden.
- Begrenzungsdraht provisorisch auslegen. Start an der Station, auf dem Rasen ausrollen, Abstände nach Plan einhalten. Zunächst nur wenige Haken setzen, bis der Verlauf passt.
- Inseln anlegen. Für Beete, Bäume, Spielgeräte: Draht zur Insel führen, umrunden, denselben Pfad zurück zur Hauptlinie. Drahtverlauf mit Markierspray kennzeichnen.
- Leitkabel setzen. Bei verwinkelten Gärten oder hinteren Zonen vom Stationsbereich aus ein Leitkabel zur entlegenen Fläche führen, möglichst in gerader Linie. Abstand zu Begrenzungskabeln einhalten (mind. 30 cm).
- Kabel fixieren oder eingraben. Oberirdisch: alle 60-80 cm Haken setzen, in Kurven enger. Eingegraben: 3-5 cm tief schlitzen, Draht locker einlegen, Bodenkontakt sicherstellen. Enge 90-Grad-Ecken vermeiden, lieber weite Radien.
- Verbindungen fachgerecht herstellen. Nur Gel-Verbinder IP68 nutzen. Drahtenden sauber abisolieren, Verbinder satt verriegeln. Keine Lüsterklemmen, keine Isolierband-Provisorien.
- Schleife an Station anschließen. Beginn und Ende sauber markieren, in die vorgesehenen Klemmen stecken. Leitkabel an separaten Anschluss (je nach Gerät) klemmen.
- Ersttest durchführen. Station mit Strom versorgen, Schleifenanzeige prüfen (LED, Display). Roboter aufsetzen und Testrunde im manuellen Modus fahren, kritische Stellen beobachten.
- Feinjustierung. An Kanten, die der Roboter nicht sauber abfährt, den Draht 2-5 cm nach innen oder außen versetzen. Engstellen weiter öffnen oder Verlauf begradigen.
- Endgültig fixieren. Wenn die Testläufe sauber sind, alle Haken setzen oder Schlitze schließen, Rasen andrücken. Nach 2-3 Wochen ist der Draht unsichtbar eingewachsen.

Sicherheit und Diebstahlschutz
- Kindersicherheit: Aktivieren Sie PIN, Hebe- und Kippsensor. Mähzeiten auf Zeiten legen, in denen keine Kinder auf dem Rasen spielen. Keine Nachtfahrten in Igelgebieten.
- Diebstahlschutz: PIN und Alarmsirene aktivieren, Station verschrauben oder mit Bodenankern sichern. Optional kleiner GPS- oder Bluetooth-Tracker im Gerät. Seriennummer dokumentieren.
- Teich und Hang: Bereiche mit Absturz- oder Ertrinkungsgefahr zusätzlich mit physischer Barriere absichern, nicht nur mit Draht.
Betrieb, Mähplan und Pflege
- Mähzeiten: 3-5 Einsätze pro Woche je 1-3 Stunden reichen oft. Ruhezeiten nach Hausordnung einhalten (Mittagsruhe, Sonn- und Feiertage beachten).
- Schnitthöhe: Start mit 5 cm, dann langsam auf 3,5-4,5 cm einstellen. Bei Trockenheit höher mähen.
- Klingenwechsel: Je nach Gras und Boden alle 4-8 Wochen. Stumpfe Klingen reißen statt schneiden.
- Reinigung: Wöchentlich Grasreste unter dem Chassis und um Räder entfernen. Keine Hochdruckreiniger nutzen, feuchte Bürste reicht.
- Kantenpflege: Trotz gutem Kabelverlauf bleiben 1-5 cm Restkante. 1x pro Woche Kanten mit Trimmer nachziehen oder Kantensteine bündig setzen.
- Winterpause: Gerät trocken, frostfrei bei 5-15 Grad lagern, Akku 50-60 Prozent. Station kann draußen bleiben, besser mit Dach/Haube schützen, Netzteil trocken lagern.
Fehler finden und beheben
- Schleife unterbrochen: Stations-LED blinkt oder Fehlermeldung. Vorgehen: Sichtkontrolle an Verbinderstellen, Maulwurfshügel prüfen, mit Kabeltester Segment für Segment messen. Verdächtige Stellen freilegen, Verbinder erneuern.
- Gerät bleibt in Passage hängen: Passage verbreitern, Kabel begradigen, enge Innenradien entschärfen. Bei Spurrinnen auf festeren Untergrund achten.
- Rutschen am Hang: Mähhöhe erhöhen, trockene Zeiten mähen lassen, Traktionsräder oder Spikes des Herstellers verwenden, Steigung neu bewerten.
- Ladestation wird nicht gefunden: Leitkabel-Verbindung prüfen, Einfahrtsbereich vor der Station gerade und frei halten, Interferenzen durch parallele Kabel vermeiden.
Echte Kosten in Deutschland
Die Bandbreite hängt von Flächengröße, Komplexität und Wunsch nach Komfortfunktionen ab.
Anschaffung
- Bis 400 m², einfache Geometrie: 500-900 EUR
- 400-800 m², verwinkelter Garten: 800-1500 EUR
- 800-1500 m², Hang oder Komfort-Navigation: 1400-2200 EUR
Installation und Zubehör
- Begrenzungskabel 200-300 m: 40-120 EUR
- Leitkabel 50-150 m: 15-60 EUR
- Bodenhaken 200-400 Stk.: 15-40 EUR
- Verbinder-Set: 10-30 EUR
- Kantenschutz oder Rasenkante an Schlüsselkanten (z. B. 10-20 m): 30-120 EUR
- Stationsdach: 50-200 EUR
- Außensteckdose nachrüsten durch Elektriker: 150-400 EUR
- Fachmontage komplett: 200-600 EUR
Laufende Kosten
- Ersatzklingen pro Jahr: 20-60 EUR
- Strom: 15-35 kWh/Jahr je 300-600 m² etwa 5-12 EUR bei 0,35 EUR/kWh
- Winterservice beim Händler (optional): 60-150 EUR
Realistische Gesamtkosten im ersten Jahr: 700-1900 EUR für 400-800 m² bei DIY-Installation. Mit Fachmontage und Steckdosennachrüstung eher 1000-2400 EUR.
Tipps aus der Praxis
- Planen Sie 1-2 Korrekturläufe in den ersten zwei Wochen ein. Kleine Kabelversätze von 2-5 cm bringen oft die Lösung.
- In neuralgischen Kurven den Draht tiefer legen oder enger heften. So wandert er weniger durchs Bodenleben nach außen.
- Unter Wurzeln lieber im Zickzack verlegen, nie straff ziehen. Spannung im Draht führt zu späteren Brüchen.
- Durchfahrten immer gerade, ohne S-Kurven. Leitkabel kann schwierige Passagen deutlich entschärfen.
- Bei frisch verlegtem Draht die Mähhöhe zunächst hoch lassen, bis der Draht eingewachsen ist.
Podsumowanie
- Station schattig, eben, mit 1,5 m Einfahrtsgerade und IP44-Steckdose platzieren.
- Begrenzungsdraht mit korrekten Abständen verlegen, Inseln sauber ausführen, enge Radien vermeiden.
- Leitkabel zu entlegenen Zonen nutzen, Passagen auf 80-100 cm verbreitern.
- Nur Gel-Verbinder IP68 verwenden, Verbindungen klar markieren.
- Mähplan moderat starten, Klingen alle 4-8 Wochen wechseln, Kanten pflegen.
- Diebstahlschutz aktivieren, riskante Bereiche zusätzlich physisch sichern.
- Erstjahr-Kosten realistisch mit 700-1900 EUR kalkulieren, plus ggf. Elektriker.
FAQ
Wie tief sollte ich den Begrenzungsdraht eingraben?
3-5 cm sind ideal. Oberirdisch verlegt ist auch möglich, der Draht wächst binnen Wochen ein. Eingraben schützt vor Gartenarbeiten und Haustieren.
Wie nahe darf der Draht an Pflasterkanten liegen?
Bei bündigen, ebenen Kanten 20-30 cm. Bei weichen Kanten und Zäunen 30-35 cm. Nähern Sie sich in 2-5 cm Schritten, bis der Kantenstreifen sauber gemäht wird.
Was tun, wenn der Roboter eine schmale Passage meidet?
Passage auf 80-100 cm verbreitern, Kabelverlauf begradigen und ein Leitkabel durch die Passage legen. Engstellen mit S-Kurven vermeiden.
Kann ich den Mähroboter im Regen laufen lassen?
Leichter Regen ist meist unkritisch. Bei starkem Regen weicht der Boden auf, Traktion leidet und es gibt Spuren. Besser Pausen bei Nässe einplanen.
